Tracklist- Mörder
- Arbeiterjunge
- Die Liebenswürdigkeit selbst
- Schweinsoberleder
- Ausziehen
- Nervös
- Used To Too
- Norwegen
- Dark Spot Of Joy
Selten war ein Albumtitel passender...
Das Debüt-Album mit Mitte 50 veröffentlichen? "Warum nicht" dachte sich anscheinend Ex-Golden Showers Drummer Chris Imler. Erst jetzt hat er nämlich den Schritt gewagt alleine ein Album aufzunehmen. Ein unbeschriebenes Blatt ist der gebürtige Bayer deshalb natürlich nicht; er saß u.A. schon für Peaches und Die Türen hinter dem Schlagzeug. Bei den meisten Projekten bewegte er sich allerdings im berliner Underground und auch sein Soloalbum ist nicht gerade etwas für die breite Masse.
Für einen Hauptberuflichen Drummer ist der Sound von "Nervös" ziemlich ungewöhnlich, denn alle Songs sind von Synthesizern dominiert. Hier und da hört man Imler zwar auch am Schlagzeug, der Großteil ist aber programmiert. Mechanisch oder berechenbar ist der Sound deshalb aber nicht, im Gegenteil: aus allen Ecken fiepen, klirren und quietschen die Synthesizer als würde die Studiotechnik amok laufen. Irgendwie schafft Imler aber immer das musikalische Chaos so im Zaum zu halten, dass es Spass macht ihm zuzuhören. Gut abgerundet wird der aufgedrehte, wahrhaftig "nervöse" Sound von Imlers tiefenentspanntem, zurückgenommenem Sprechgesang. Hinzu kommen noch die Texte, die genau wie die Musik, schwer zugänglich und verrückt scheinen, beim genauen hinhören aber durchaus Sinn machen und sogar als scharf politisch ausgelegt werden können " die Schweine halten sich für Götter, die Schweine halten uns als Schwein".
Fazit: Nervös ist ein passender Titel für ein teils trashiges, teils ernsthaftes, sehr überdrehtes und irgendwie geniales Album, dass man so nicht alle tage hört.
Unsere Anspieltipps:
Mörder
Arbeiterjunge
Nervös
Norwegen
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